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Elikan Dew
"Meet On Plateau"
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ulfTone » artists
» Elikan Dew
ELIKAN
DEW
Meet On Plateau
Streetdate 10.03.2006
Der Weg führt über holprige Pflastersteine. Über
Hinterhöfe, hinein in den Proberaum, die schönsten
vier mal vier Meter der Welt. Nicht, weil es besonders hübsch
oder gemütlich wäre hier drinnen (im Gegenteil),
sondern weil sie in diesen Wänden sein können, wer
sie sein wollen. Elikan Dew, vier junge Männer
Mitte 20, aus Berlin. Andererseits, wenn sie es sich recht
überlegen: Da draußen, auf der Bühne, ist
es eigentlich noch schöner. „Das sind die größten
Momente für uns“, sagt Sänger Henrik. „Zu
sehen, wie sich Leute in die ersten Reihen drängen, um
unsere Stücke mitzusingen.“ Früher waren es
ein paar, drei oder vier, die immer dort standen, inzwischen
werden es mehr und mehr. Sie tun gut daran: Es gibt wenig,
was so spannend ist, wie einer jungen und doch erstaunlich
kunstfertigen Band beim Groß- und Größerwerden
zuzuschauen.
Endlich zahlt sich alles aus, was Elikan Dew
über Jahre belastet, aber auch zusammmengehalten hat.
„Wir haben drei Jahre lang praktisch nichts anderes
gemacht, als Tag und Nacht für diese Band zu leben“,
bestätigt Gitarrist Torsten. „Wenn man dann feststellen
muss, wie schwer es ist, ein Label zu finden, bei dem man
sich wohlfühlt, weil es begreift, worum es uns als Musikern
geht – um Freiheit und Fantasie –, dann fühlt
man sich schon, als renne man mit aller Kraft gegen eine Wand
an.“ Doch am Ende waren Elikan Dew stärker: Auf
‚Ulftone’ erscheint ihr Debüt „Meet
On Plateau“, und man muss dem Album nicht lange
Gehör schenken, um in Elikan Dew eine
der frischsten Bands zu erkennen, die dieses Land in Sachen
Alternative- und Indie-Rock zu bieten hat. „Meet
On Plateau“ ist ein aufregendes Auf und Ab,
ein Album, das nicht bedingungslos auf Unberechenbarkeit setzt,
das seinen Hörer auch mal an die Hand nimmt und im richtigen
Moment doch überrascht. Da ist die Leichtigkeit von
„Can’t Make Your Day“ (versprochen:
wer Incubus mag, liebt dieses Stück), da ist die wüste
Punkenergie eines „Switch You Off“.
Der Coldplay-eske Erhabenheit von „Where I Stand“
und wie dann in „Take It Away“
binnen Sekunden die Stimmung von warm zu hitzig kippt, wie
sich Emotionen entladen und schließlich doch der Optimismus
siegt – von Songs dieses Formats lässt man sich
gerne fesseln.
„Wir wuchsen mit Seattle-Bands auf, mit Funk und Crossover“,
erzählt Bassist Robert. „Wir waren 16, gründeten
die erste Band und bastelten auf dieser Grundlage an einer
Art Primus-Grunge.“ Mit Verlaub: Elikan Dew
haben sich richtig entschieden, dem Pop ein paar Türen
mehr zu öffnen. Sich auf die eigene Intuition zu verlassen
und ein Gefühl für das gesunde Gleichgewicht aus
Verspieltheit und Zugänglichkeit zu entwickeln. Über
hundert Konzerte haben ihnen dabei geholfen, eine Support-Tour
mit den australischen Rock-Heroen Powderfinger und Sessions
in der tschechischen Pampa. „Natur als Inspiration“,
schwärmt Robert. „Nur wir und unser Haus, das war
die Reifeprüfung.“ Weite Teile von „Meet
On Plateau“ sind hier entstanden, andere fanden zum
letzten Feinschliff. „Du kommst an einen Punkt, an dem
du merkst, dass dein eigener Input jetzt gerade entscheidend
wäre, um aus einem gewöhnlichen Song einen ganz
besonderen zu machen.“ Das gern bemühte Bild vom
Ganzen, das größer ist als die Summe seiner Teile
– Elikan Dew haben nicht zum ersten
Mal ein goldenes Händchen bewiesen, als sie ihrem ersten
Album den Namen „Meet On Plateau“
gaben. Denn darum geht es: gemeinsam nach oben zu kommen,
etwas zu erreichen, was nur zusammen geht, nicht allein. „Es
meint aber auch, sich als Band dort oben mit seinen Hörern
zu treffen“, sagt Drummer Chris. Elikan Dew
ist das wichtig: ihr Publikum mitzunehmen. „Wenn wir
sehen, dass wir die Leute erreichen, dass wir sie mit diesen
Songs begeistern, dann ergibt sich daraus ja auch eine gewisse
Verpflichtung“, übernimmt Torsten. „Nämlich
die, dass wir fleißig bleiben und noch besser werden
wollen, um diese Begeisterung auch weiterhin zu rechtfertigen.“
Den Anfang haben Elikan Dew mit ihrem kleinen
Kunststück „Meet On Plateau“,
produziert in den Berliner K4 Studios (u.a. Beatsteaks, Fullbliss,
Spitting Off Tall Buildings), getan. „Die Platte muss
raus!“, haben sie früher gesagt, heute können
sie sich endlich Gedanken darüber machen, wie es weitergehen
wird. „Am besten, wir definieren uns mit der nächsten
Etappe gleich wieder neu“, lächelt Torsten –
und behält auch damit Recht: Auf der Stelle treten schon
genügend Bands. Elikan Dew werden ihren
Weg gehen. Über Pflastersteine, holprige Wege und Hinterhöfe,
hinein in ihren Proberaum. Die zweitschönsten vier mal
vier Meter der Welt eben.
Elikan Dew sind:
Henrik Käthe (Gesang, Gitarre)
Torsten Gehlhar (Gitarre, Gesang)
Robert Steiger (Bass)
Christian Liebold (Drums)
http://www.elikandew.de
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