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Mike Tramp
more to life than this


„More To Life Than This“, das brandneue Album von Mike Tramp, steht gleich in mehrfacher Hinsicht unter einem besonderen Stern. Es hat das Potential, einige Missverständnisse aus der Vergangenheit endgültig auszulöschen, und erscheint darüber hinaus zu einem Zeitpunkt, zu dem eine ältere, von Tramp mitverfasste Komposition wieder die weltweiten Charts stürmt.

Mit klassischem Hardrock amerikanischen Zuschnitts, dem in Kennerkreisen umjubelten (übrigens in Frankfurt am Main aufgenommenen) Debüt „Fight To Survive“ und der Unterstützung eines namhaften Majorlabels schaffte es die amerikanische Band White Lion seinerzeit mit dem Album „Pride“ einen absoluten, mit Platinalben veredelten Superstarstatus in ihrer Heimat zu erlangen, um mit den beiden Nachfolgewerken „Big Game“ und „Mane Attraction“ vor allem in Europa und Japan eine treu ergebene Fangemeinde aufzubauen.
Mike Tramp am Mikro und Vito Bratta an der Gitarre waren ein unzertrennliches Duo, ganz in der Art und Weise der großen, unsterblichen Duos der Rock- und Popgeschichte, mussten aber letztlich Anfang der Neunziger gegenüber der aufkommenden Grunge–Welle kapitulieren, in der klassische, eingängige Rocksongs urplötzlich scheinbar nicht mehr gefragt waren.

Doch Mike Tramp ließ zu diesem Zeitpunkt keine Depressionen zu, schrieb mit seinem alten Kumpel Oliver Steffensen neue Stücke und formte später die neue Band Freak Of Nature. Die verband auf eine natürliche wie geschickte Weise klassische Hard Rock-Formeln mit dem musikalischen Geist der Neunziger. Nach zwei Alben („Freak Of Nature“ und „Gathering Of Freaks“), einer Raritätenkompilation („Outcasts“) und unzähligen Konzerten, die Tramp als Frontmann zusätzlich festigten, war allerdings auch hier der letzte kreative Funke schneller als vermutet verglüht.

Aber Mike Tramp wurde auch diesmal nicht depressiv, sondern machte übergangslos weiter. Unter anderem im Studio des befreundeten Whitesnake-Sängers David Coverdale fing er an, an seinem ersten Soloalbum „Capricorn“ zu arbeiten. Das erschien letztendlich Mitte der Neunziger und präsentierte den Sänger von einer teilweise gänzlich neuen Seite. Die Texte wurden noch realistischer und eindringlicher als zuletzt, die Singer/Songwriter-Ausrichtung bei Stücken wie „Wait Not For Me“ mag für manch einen Fan der ersten Stunde zwar überraschend gewesen sein, akzeptiert wurde sie letztendlich aber (fast) überall.

Doch es sollte bis zum Anfang des neuen Jahrtausends dauern, bis Mike Tramp endlich alle geschäftlichen Belange zufriedenstellend erledigen und sich wirklich auf seine eigene musikalische Laufbahn konzentrieren konnte. Zwar spielte er im Anschluss an die Veröffentlichung von „Capricorn“ eine erfolgreiche und mit vielen guten Konzertreviews gewürdigte US-Tournee im Vorprogramm der legendären Südstaaten-Rocker Lynyrd Skynyrd, musste aber zu viele Aktivitäten bewältigen, die nichts mit Musik zu tun hatten. Immerhin schaffte er es zu dieser Zeit quasi „nebenbei“ mit einigen befreundeten Musikern auf dem Album „Remembering White Lion“ das musikalische Erbe seiner alten Band zu würdigen.

Erst im Jahre 2001 wendete sich die Situation zum Besseren. Mit dem deutschen Label ulfTone music wurde ein kompetenter neuer Firmenpartner gefunden, das zweite Soloalbum „Recovering The Wasted Years“ konnte endlich fertig gestellt und veröffentlicht werden und nach überwiegend hochkarätigen Reviews ging es auch endlich auf eine mehr als ausgedehnte Europa-Tournee, bei der Mike von einer dänischen Begleitband der Rücken gestärkt wurde.

Und die Geschichte geht weiter: Just zu dem Zeitpunkt, als die zu einer Dance-Nummer mutierte, neue Version des wohl größten White Lion-Hits „When The Children Cry“ weltweit die Charts stürmt, startet Mike Tramp in diesem Jahr einen groß angelegten weiteren Angriff auf Liebhaber handgemachter, ehrlicher Rockmusik mit fesselnden, echten Texten, die einiges von dem bewegten Leben des gebürtigen Dänen erzählen, der es in Amerika zu einem Star brachte, um später mit seiner kleinen Familie im fernen Tasmanien sein Glück zu suchen.

Zunächst steht die offizielle Wiederveröffentlichung des „Capricorn“-Albums an. Das war in der Zwischenzeit entweder nicht mehr oder nur über das Internet und bei Konzerten zu haben. Nunmehr kann man es in jedem gut sortierten Geschäft erstehen. Und zwar als schmuckes Digipak, mit gleich vier Zusatzstücken.

Am 17. März erscheint dann das neue Album „More To Life Than This“. Dieses beinhaltet nicht nur zehn brandneue Stücke, sondern auch die Gastspiele des etatmäßigen Toto-Gitarristen und –Sängers Steve Lukather sowie des Meistergitarristen Eric Johnson. Diese Kollaborationen kommentiert Mike folgendermaßen: „Eric Johnson, den ich als Gitarristen seit Jahren bewundere, spielte ein traumhaftes Solo in „The Good, The Sad, The Ugly“ und als zur Zeit der Albumaufnahmen Toto in Kopenhagen spielten, kamen wir auf die Idee, bei Steve Lukather anzuklingeln und ihn einfach zu fragen, ob er nicht ein wenig auf meinem neuen Album mitspielen möchte. Ich kannte ihn noch aus den White Lion-Tagen, habe ihn aber seit gut zehn Jahren nicht mehr gesehen. Aber Luke war sofort einverstanden. Er bat uns nur darum, ihn im Hotel abzuholen. Wir brachten ihn also ins Studio, er schnappte sich meine Gitarre und spielte einfach so zwei wahnsinnige Soli ein. Das eine ist auf dem Album gelandet, das andere benutzen wir ganz sicher für einen zukünftigen Bonus Track.“

In seiner dänischen Heimat arbeitete Mike einige Wochen lang mit viel Herzblut und mit der Unterstützung des prominenten Produzenten Flemming Rasmussen (der auf „More To Life Than This“ allerdings nur die Aufnahmen überwachte und den Endmix erledigte) in den fast schon legendären „Sweet Silence Studios“ an seinen neuen Tracks.
„Ähnlich wie bei „Recovering The Wasted Years“ war es eine sehr entspannte Produktion. Es ist doch nett, seine neue Musik aufnehmen zu können und daneben alte Freunde wiederzusehen, die Familie zu besuchen oder aber einfach so mit einer Dose Tuborg die Aussicht zu genießen“, lacht Mike und wird ganz schnell ganz schön nachdenklich, wenn es um den Ablauf der gesamten Produktion geht, sowie um den textlichen Inhalt des epischen Album-Openers „More To Life Than This“: „Man muss da einfach ganz realistisch und ehrlich zu sich sein! Die Zeit der großen Budgets und der ganz großen Verkaufszahlen ist erst einmal vorbei. Das hat aber den großen Vorteil, dass ich mein eigener Herr bin, mich auf meine Musik ganz stark konzentrieren kann und wirklich so ziemlich alles tun und lassen kann, wonach mir gerade ist. Was spricht denn dann dagegen, so etwas wie ein kleines Epos an den Anfang des Albums zu stellen?! Der Text zu „More To Life Than This“ hat durchaus auch autobiographische Züge. Es geht darin um drei verschiedene Charaktere, die alles hatten und im Laufe der Zeit alles verspielten. Unter anderem geht es um den Erben einer großen Farm, die innerhalb der Familie über mehrere Generationen vererbt worden ist und nun langsam aber sicher vor die Hunde geht. Und es geht darin ebenfalls um einen gescheiterten, großen Rockstar...“

Keine Anspielung auf sein eigenes Schicksal, sondern die Bemerkung eines Mannes der die absoluten Höhen aber auch die vollkommenen Tiefen seiner großen Liebe – des Rock´n´Roll – kennen gelernt hat und doch wieder da ist. Mit einem überaus ehrlichen und sorgfältig ausgearbeiteten Album, mit Texten voller Sehnsucht und Wahrheit und mit dem Wunsch, so schnell als möglich wieder durch alle annehmbaren Konzertsäle der Welt unterwegs zu sein. Und diese werden durch die unverwechselbare Stimme des Mike Tramp so schnell wie es nur geht wieder zur Resonanz gebracht. So viel steht fest...

Diskographie:
Capricorn (1996)
Remembering White Lion (1999)
Recovering The Wasted Years (2001)
More To Life Than This (2003)

www.miketramp.com



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Weitere Alben von Mike Tramp:

Recovering the wasted years
capricorn